„Gemeinsam mit der Ratsgruppe Pro Hamm haben wir im März 2024 den Haushalt 2024/2025 abgelehnt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund einer rückwärtsgewandten Bildungspolitik. Wir hätten wir gerne die Chance genutzt, um den Neubau des Bildungszentrums mit der Schaffung einer Gesamtschule für den Hammer Norden zu verbinden. Wir waren und sind der Auffassung, dass in dieser Stadt Bedarf nach längerem gemeinsamem Lernen und Bildungsgerechtigkeit besteht. Leider mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass die Verfechter des selektiven Schulsystems ihre bildungspolitische Ideologie im Rat durchgesetzt haben. Die damalige Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP, unterstützt durch CDU und AfD haben an einen antiquierten und rückwärts gewandten Bildungssystem festgehalten“, erklärt Roland Koslowski, Vorstandsmitglied des BSW Hamm.
„Wir bleiben auch in der aktuellen Legislatur bei unserer Aussage: In jedem Stadtteil muss jeder Schulabschluss möglich sein. Tausende von Unterschriften sind in der Vergangenheit gesammelt worden. Für uns genießt der Eltern- und Schüler:innenwille nach wie vor Priorität. Während landesweit Hauptschulen als Auslaufmodell gelten und immer neue Gesamtschulen entstehen, geht Hamm den entgegengesetzten Weg, zurück ins 19. Jahrhundert, welch ein bildungspolitischer Irrweg“, so Koslowski weiter.
„Die nun offensichtliche Verzögerung – bei der Finanzierung durch das Land und der noch fehlende Architektenwettbewerb – bietet allerdings auch die Chance, neu über Elternwillen, über längeres gemeinsames Lernen und multiprofessionelle Teams nachzudenken. Für Lernende und Lehrende ist die aktuelle Schullandschaft in der Stadt Hamm allerdings alles andere als zufriedenstellend. Viele Schulgebäude befinden sich in einem desolaten und maroden Zustand. Es besteht dringender Handlungsbedarf, doch finanzielle Hilfe von der Landesregierung ist bisher ausgeblieben“, so Koslowski abschließend.
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