Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Herter,
laut dem Bericht des WA vom 20.05.2026 leben aktuell 450 Menschen in Hamm ohne Mietvertrag und gelten somit als wohnungslos – Tendenz steigend.
Von diesen Menschen lebten am Stichtag der Erhebung 31 Menschen real auf der Straße – von ihnen waren 6 betroffene Frauen.
Der Rat der Stadt Hamm möge daher den nachfolgenden Beschluss fassen:
Die Verwaltung wird beauftragt zeitnah ein Konzept zur Bereitstellung sicheren Wohnraumes für die akut auf der Straße lebenden Menschen in der Stadt Hamm zu erarbeiten. Dieses muss unter Berücksichtigung der speziellen Problematik der Personengruppe (Suchterkrankung/psychische Erkrankung) umsetzbar sein.
Begründung:
Das Hauptproblem ist der eklatante Wohnraummangel und die Tatsache, dass Mietverhältnisse oft an der Höhe des Mietzinses scheitern. Auch dies geht aus dem Bericht der Träger der freien Wohlfahrtspflege hervor. Dieser Zustand ist unerträglich und menschenunwürdig.
Ein Aspekt, der nur indirekt angedeutet wird, ist die Tatsache, dass es sich bei den auf der Straße lebenden Menschen um Menschen mit schweren psychischen und/oder Suchterkrankungen handelt. In Folge des z. T. jahrelangen Aufenthaltes auf der Straße und ohne geschützten Wohnraum entwickeln sich schwere somatische Folgeerkrankungen (Wund- und Infektionserkrankungen, Organerkrankungen, Behinderungen z.T. durch operative Eingriffe z.B. Amputationen).
Eine menschenwürdige und medizinisch ausreichende Versorgung dieser Menschen setzt die Bereitstellung angemessenen und schützenden Wohnraums voraus. Auf der Straße, ist eine ausreichende sozialarbeiterische und medizinische Betreuung und Versorgung nicht möglich.
Insbesondere Frauen sind auf der Straße massiven gewalttätigen Übergriffen schutzlos ausgeliefert. Damit möchten wir das Leid der Männer, die auf der Straße leben, nicht herunterspielen.
gez.
Dr. Cevdet Gürle Christopher Bürger Erol Gürle
Fraktionsvorsitzender stellv. Fraktionsvorsitzender Mitglied des Rates
Fraktion Pro Hamm / BSW
