Der angekündigte Rückzug der privaten SRH-Hochschule aus Hamm zum Jahr 2027 ist aus Sicht der Bezirksfraktion Pro Hamm / BSW ein deutlicher Rückschlag für den Bildungsstandort Hamm. Mit der Aufgabe des Standorts im Heinrich-von-Kleist-Forum verliert die Stadt nicht nur eine (private) Hochschule, sondern auch ein wichtiges Element ihrer strategischen Entwicklung hin zu einer vielfältigen Hochschullandschaft. Das Aus der SRH ist mehr als eine unternehmerische Entscheidung – es ist ein herber Einschnitt für die Bildungs- und Stadtentwicklung gerade im Bezirk Mitte. Der Anspruch, sich als Hochschulstandort zu etablieren, wird dadurch spürbar geschwächt.
„Während die Studierendenzahlen an der staatlichen Hochschule Hamm-Lippstadt stabil bleiben und in einzelnen Bereichen sogar wachsen, zieht sich mit der SRH ein privater Anbieter zurück. Die Verwaltung sollte daher nicht nur über mögliche Nachnutzungen der Räumlichkeiten nachdenken, sondern sich um inhaltliche Schadensbegrenzung bemühen. Wünschenswert wäre die Weiterführung der Studiengänge als erweitertes Angebot der HSHL am jetzigen Standort. Auch eine Kooperation mit den Fachhochschulen Bielefeld oder Münster – mit Hamm als Depandance – ist zu prüfen“, erläutert Roland Koslowski, Fraktionsvorsitzender Pro Hamm /BSW in der Bezirksvertretung Hamm – Mitte.
„Am Beispiel der SRH wird aber auch deutlich, Bildung gehört nicht in private Hände, sie ist keine Ware. Vor diesem Hintergrund erwarten wir eine klare und aktive Hochschul- und Bildungspolitik für die Zukunft. Wir gehen davon aus, dass die Stadt Hamm ein ebenso so großes Interesse am Erhalt der Studiengänge hat wie wir als Fraktion. Gerade in Studienbereichen wie Soziale Arbeit und Psychologie verlieren wir wichtige Ausbildungskapazitäten – und das in Zeiten eines wachsenden Fachkräftemangels. Besonders problematisch ist aus Sicht der Fraktion, dass die Stadt selbst bislang von den Studienangeboten profitiert hat, etwa bei der Ausbildung von Fachkräften für das Jugendamt. Wenn wir gleichzeitig übersteigende Bedarfe im sozialen Bereich sprechen, können wir es uns schlicht nicht leisten, Ausbildungsangebote vor Ort zu verlieren. Der Rückzug der SRH darf kein Schlusspunkt sein – er muss ein bildungspolitischer Neuanfang sein.
Hamm braucht eine strategische und vorausschauende Bildungspolitik – in der Schul- und Hochschulpolitik – und die darf nicht in privaten Händen liegen“, ergänzt Erol Gürle, stellvertretender Fraktionsvorsitzender.
Beitragsbild erstellt mit Craiyon

